Interview zur Fusion

Gedanken zur Fusion vom UHC Unterlangenegg und den Heimenschwand Flyers

Interview mit Präsidentin Sandra Burger

 

Ein Blick in die Vergangenheit

Warst du auch schon im Verein von UHU Süderen 91?

Zu den Zeiten vom UHU Süderen 91 war Unihockey noch Männersache.

 

Was hast du für Erinnerungen an diesen Verein?

Es war eine Gruppe junger Männer, welche immer in der Süderen auf dem Asphaltplatz beim Schulhaus Hockey gespielt haben. Die damaligen Erfolge vom Nationalliga A Team Torpedo Gauchern haben im Emmental sehr viel Interesse für diese noch unbekannte Sportart geweckt. Die Jungs beschlossen einen Verein zu gründen, um ihre Chancen zu erhöhen eine Hallenzeit in der Region zu bekommen und auch mit dem Ziel Meisterschaft zu spielen. In dem ersten Vereinsjahr waren alle bis auf 2 Mitglieder im Vorstand ; )

 

Warum hat man ihn aufgelöst?

Als in der Gemeinde Heimenschwand ein Turnhallenbau geplant war, erhoffte man sich eine Hallenzeit in der Region. Aus Gründen wie Hallenvorrecht und Einheimischentarif beschloss man damals einen Namenswechsel auf Heimenschwand Flyers. Zu dieser Zeit hatte man 2 Herrenmannschaften. Eigentlich unabhängig vom Namenswechsel spaltete sich damals die zweite Mannschaft ab und gründete den UHC Unterlangenegg. Es gab Unstimmigkeiten, die Abgänger fühlten sich vernachlässigt und auch Schiedsrichterprobleme trugen zur Trennung bei.

 

Was ist der Grund das nach 16 Jahren wieder fusioniert wird?

In erster Linie brachte uns die Juniorenarbeit zusammen. Obwohl noch immer tiefe Gräben zwischen den beiden Vereinen waren, lag es auf der Hand, dass es das Sinnvollste war unsere personellen Schwierigkeiten im Juniorenbereich mit den Nachbarn zu lösen. Die Fusion war eigentlich kein Thema, wir wollten eine Form der Zusammenarbeit austüfteln. Dies erwies sich aber nach einem Jahr so mühsam, zeitintensiv und kompliziert, dass plötzlich die Idee einer Fusion zustande kam.

 

Was hat sich in dieser Zeit verändert?

Während der Vereinsjahre der Flyers war ein sehr grosser Unihockeyboom im Gange. Ca. 1997 kam ein Damenteam dazu und in der selben Zeit entstanden die ersten Juniorenmannschaften. Die Juniorenabteilung haben wir ausgebaut und mit dem Wechsel der Aktivmannschaften aufs Grossfeld waren wir bald auch gezwungen U21 Teams aufzustellen.

Die Vereinsarbeit forderte immer mehr Zeit und nicht nur die Anzahl Mannschaften stieg, sondern auch die Anzahl Funktionäre, die Helfereinsätze und der Bedarf an finanziellen Mitteln. Es ist uns aber gut gelungen mit dem schnellen Wachstum Schritt zu halten.

Auf der kollegialen Seite hat sich am wenigsten geändert. Wir sind ein Dorfverein geblieben, bei uns kann jeder mitmachen und Kameradschaft wird noch immer sehr hoch eingestuft. Dank dem guten Zusammenhalt und dem dadurch entstandenen Herzblut waren alle Hürden zu schaffen.

 

Was war ausschlaggebend für die jetzige Fusion?

Mit der Zusammenarbeit im Juniorenbereich haben wir unsere wertvollsten Teile der beiden Verein – den Nachwuchs – zusammengeführt und konnten diesen nicht mehr trennen. Wir haben uns in dieser Zeit auch besser kennen und schätzen gelernt. Es plagten uns dieselben Sorgen und Ängste und als die Idee der Fusion erstmals ausgesprochen wurde entstand plötzlich eine Euphorie und der Gedanke begann uns zu beflügeln, es schien als würden so alle Gefahren der Zukunft lösbar.

 

Wer machte den ersten Schritt?

Das war eher zufällig. Roland Dähler vom UHC Unterlangenegg fragte in die Runde ob schon mal jemand mit dem Gedanke gespielt habe, alles zu fusionieren. Obwohl es fast allen die Sprache verschlug, vermute ich, dass dieser Gedanke schon in mehreren Köpfen war, einfach der Mut es auszusprechen fehlte. Nun war die Diskusion lanciert.

 

Wie war dein Gefühl in den ersten Gesprächen mit dem UHCU?

Nach ersten Gesprächen merkten wir, dass es wirklich eine Option ist, auch wenn dies bislang nicht ausgesprochen wurde. Wir waren alle noch etwas skeptisch und doch denke ich, dass nach dieser Sitzung alle die anwesend waren hinter der Idee standen. Wenn wir Red und Antwort stehen mussten wurde man manchmal in Zweifel zurückversetzt, aber grundsätzlich waren alle Argumente dagegen zwar schön und gut und verständlich, aber zuwenig sachlich und realitätsbezogen. Fakt war, es war Handlungsbedarf und wir sahen eine Lösung in der Fusion. Ja wir wollten diese Fusion.

Was gibt es für Vorschriften vom SUHV in Bezug mit einer Fusion?

Es gibt wenige Vorschriften vom Verband selber. Von Verbandsseite muss man den Zusammenschluss melden und alle Lizenzen werden angepasst. Mit der Meldung der Fusion wurde das Dossier mit allen Protokollen und Begründungen eingereicht. Die Fusion wird vom Verband genehmigt.

Es gibt noch einige Dinge die das Gesetz vorsieht. Vorab muss der Fusion mit einer ¾-Mehrheit zugestimmt werden. Wir mussten einheitliche Statuten machen und diese absegnen lassen. Die beiden Vereine innert Frist auflösen und mit beiden Vereinen gemeinsam eine Gründerversammlung abhalten.

Gab es Schwierigkeiten
(Konflikte mit Mitgliedern, Uneinstimmigkeiten mit Vorstandmitgliedern)?

Die Schwierigkeit war, dass eine erste Abstimmung von den Mitgliedern vom UHC Unterlangenegg sehr knapp verworfen wurde. Somit waren viele Gemüter beunruhigt. Die Flyers sagten sich «De söu sis haut la si», der Vorstand vom UHCU war demotiviert und der Präsident wollte gar demissionieren weil man Ihnen in den Rücken fiel und die Mitglieder selber wurden zu unrecht verurteilt, denn die Mehrheit sagte JA aber es braucht eben ¾ und dies wurde knapp nicht erreicht. Wir liessen diesen Gefühlen etwas Zeit bis wir in einem halben Jahr noch einmal einen Anlauf nahmen, denn wir wollten sie doch, diese Fusion. Mit sehr viel Überzeugungsarbeit konnte man in einer weiteren Abstimmungsrunde alle für die Fusion begeistern.

 

Es wurden Arbeitsgruppen gebildet, hat alles gut geklappt?

Ja es war sehr zeitintensiv. Wir haben alle Schritte die zu tun waren in verschiedenen Sitzungen erledigt. Es gab immer für jedes viel Hausaufgaben. Es hat aber so gut funktioniert. Da die Teilnahme bei der Arbeitsgruppe allen angeboten wurde, waren wir abgesichert falls jemand nicht einverstanden gewesen wäre. Aber die meisten Mitglieder waren froh, dass alles gemacht wurde und mischten sich nicht gross ein. Eine sehr dankbare Haltung die wir schätzten.

 

Wie gross war der Arbeitsaufwand der Fusion?

Gross. Die letzten zwei Jahre war ich fast täglich dran, und ich war nicht die Einzige. Aber es hat sich gelohnt und ich hoffe immer noch, dass diese Aufwände nun wieder nachlassen.

 

Wie wurden die Verhältnisse mit den Sponsoren gelöst?

Keiner unserer Vereine war in irgendeiner Weise gebunden an Sponsoren und die meisten konnten wir mitnehmen. Unseren Ausrüster SALMING hat der Zuwachs gefreut und wir wurden von Ihnen sehr unterstützt.

 

Sonnenseiten einer Fusion, Schattenseiten einer Fusion?

Mich freut es das unsere Sportart nun so stark vertreten ist in der Region. Wir sind ein grosser Verein der sich zeigen darf. Auch finanziell geht es uns gut. Alle Reglemente und wurden neu überarbeitet und somit haben wir nun etwas Selbstgemachtes. Die ganze Aufbauarbeit gibt Antrieb und Motivation um noch lange weiterzumachen. Der Vorstand ist sehr positiv geladen.

Es ist eine Vereinsgeschichte abgeschlossen und eine neue hat begonnen. Wehmut der guten alten Zeiten Willen gibt es immer, aber ich bin der Auffassung, das uns unsere Erfahrungen niemand nimmt, auch nicht eine Fusion. Man könnte es auch negativ werten, dass alles was grösser wird an Persönlichkeit verliert.

 

Wie schlimm war es für dich, als langjähriges Mitglied,
als die Flyers am 10.2.10 aufgelöst wurden?

Das letzte Spiel, die letzten Minuten im Flyersdress, der letzte Pass, das letzte Tor – da gab es schon auch wehmütige Momente. Aber von schlimm kann keine Rede sein, ich freu mich auf die Zukunft.

 

Bist du mit dem Ergebnis der Fusion zufrieden (Gesamtentscheid, Teambildung, Dress, Name....)

Ich bin rundum zufrieden! In allen wichtigen Bereichen konnte ich meine Meinung einbringen und es ist alles so gekommen wie in meinen schönsten Visionen.

 

Gibt es etwas, was dich noch stört?

Ich hoffe einzig, dass unsere jungen Mitglieder schätzen, was da aufgebaut wurde und bereit sind, sollten Aufgaben anfallen die nötige Verantwortung zu übernehmen. Im Moment sehe ich die Fähigkeit Verantwortung zu übernehmen noch etwas zuwenig.

 

Was du noch ändern möchtest?

Momentan bin ich bestrebt, die Arbeiten besser aufzuteilen, so dass es keine Überlastungen gibt. Es sollte nie eine Gefahr sein, wenn jemand gehen sollte. Ich möchte alles so organisieren, dass jeder ersetzbar bleibt.

 

Warum werden die Herrenteams nicht etwas mehr vermischt (UHCU und Flyers Spieler)? Gibt es einen Grund?

Dies braucht etwas Zeit. Eine Durchmischung wird automatisch einsetzen, wenn wir uns etwas besser kennen. Im Moment jukt es schon einige, es will niemand sein altes Team im Stich lassen.

 

Zukunft

Was erhoffst du dir von der Fusion (Ziele, Liga, Zahlen...)

Sportlich gesehen wäre ein Aufstieg des Herrenteams überfällig. Weiter erhoffe ich mir für die ferne Zukunft die Entstehung eines Damen Kleinfeldteams.

Ich wünsche mir das Kameradschaft ihren Stellenwert behält.

Finanziell hoff ich natürlich das wir weiter über die Runden kommen und ein grosser Wunsch wäre, wenn in unserer Region eine Grossfeldhalle gebaut würde und wir uns wenn es gut läuft sogar beteiligen können.

 

Bist zu Zuversichtlich für die Zukunft?

Ja, es wird immer Herausforderungen geben, aber alles ist lösbar.

 

Sind schon positive oder negative Zeichen der Fusion ersichtlich?

Positiv ist, dass alles etwas breiter abgestützt ist und viele gute Menschen zu uns gestossen sind. Eine Dynamik ist im Gange die mir sehr gefällt, es entstehen Kampfsprüche, Hymnen und Facebook-Gruppen. Ich glaube wir haben keine unzufriedenen Mitglieder.

Negativ sehe ich nur das einige Teams den Meisterschaftsstart verschlafen haben, aber abgerechnet wird am Schluss.

 

Was du unbedingt noch sagen möchtest:

Damit etwas gut ist, bedingt es immer einen gewissen Einsatz, danke allen die zu den UH Zulgtal Eagles beigetragen haben. Es braucht auch weiterhin fleissige Mitglieder.

 

Interview: Angela Schäfer

 

 

Resultate

15.12.2018

Herren I
Lausanne UC Unihockey - UH Zulgtal Eagles 10:7

Damen I
UH Zulgtal Eagles - Gürbetal RK Belp 4:2

Juniorinnen B
UHC Meiersmaad II - UH Zulgtal Eagles 7:2
Skorpion Emmental Zollbrück - UH Zulgtal Eagles 4:7

Juniorinnen C
UH Lejon Zäziwil - UH Zulgtal Eagles 3:10

Junioren E II
UH Zulgtal Eagles II - UHT Schüpbach I 6:3
UH Zulgtal Eagles II - UHT Eggiwil 12:5
Lions Konolfingen I - UH Zulgtal Eagles II 3:5

Junioren E III
UH Zulgtal Eagles III - UHT Uetigen II 2:11
UH Zulgtal Eagles III - SV Wiler-Ersigen I 0:17
Tigers Langnau II - UH Zulgtal Eagles III 10:0

16.12.2018

Juniorinnen U21
UC Yverdon - UH Zulgtal Eagles 1:2
UH Zulgtal Eagles - Aergera Giffers 1:2

Nächste Spiele

22.12.2018

Junioren C I
Sporthalle Konolfingen
11:45 Uhr UHC Thun II - UH Zulgtal Eagles I

Junioren C II
RAIFFEISEN unihockeyARENA Urtenen Schönbühl
09:00 Uhr UH Zulgtal Eagles II - UHC Bern Ost I
11:55 Uhr UH Zulgtal Eagles II - UHC Burgdorf

23.12.2018

Herren II
Nouveau Collège Apples
12:40 Uhr SC Laupen III - UH Zulgtal Eagles II
15:25 Uhr UH Zulgtal Eagles II - UHC Fully

Junioren B
Espace-Arena Biglen
14:30 Uhr UHT Arni - UH Zulgtal Eagles
16:20 Uhr Unihockey Berner Oberland - UH Zulgtal Eagles

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